Das moderne Wushu

In der westlichen Welt sind Kampfkünste wie Judo, Kendo und Taek Won Do seit den Filmen von Bruce Lee sehr beliebt. Es gibt kaum einen Jungen, der nicht davon träumt, einmal selbst einen schwarzen Gürtel zu besitzen und mit Karate eine große Menge an Gegner zu schlagen. Es gibt jedoch noch weitaus mehr Kampfkünste als die soeben aufgezählten. So verfügt die Volksrepublik China mit dem modernen Wushu über eine ganz eigene Kampfkunst, die wir Ihnen in diesem Artikel einmal näher vorstellen möchten.

Was also ist das Wushu genau? Die deutsche Übersetzung des Begriffs lautet etwa Kriegskunst und deutet damit auch schon auf den Inhalt dieser Kampfkunst hin. So fasst das moderne Wushu eine ganze Reihe verschiedener Kampfkünste und Techniken zusammen. Dabei sind sowohl traditionelle chinesische Kampfarten enthalten als auch moderne Neuschöpfungen auf dem frühen 19. Jahrhundert.

Erschaffen wurde das moderne Wushu in den 50 er Jahren des 20. Jahrhunderts. Dies erfolgte kurz nach dem Sturz der zuvor sehr einflussreichen Quing Dynastie, die das Land für hunderte von Jahren regiert hatte. Auf diese Dynastie folgte ein kommunistisches Regime, das sich darum bemühte, das Land wieder konkurrenzfähig zu machen. Teil dieses Plans war die Einrichtung von Sportstätten und Sportvereinen, in denen jeder Chinese Mitglied sein sollte. Hier sollten sie körperlich ertüchtigt werden und darüber hinaus auch grundlegende Kenntnisse im Kampfsport erlangen um ihr Land und ihr eigenes Leben verteidigen zu können.

Die kommunistische Regierung erschuf in diesem Zuge das moderne Wushu, das als eigene Kampfsportart ein gemeinsames kulturelles Erbe der Nation sein sollte. Dazu ließ die Regierung viele Meister der verschiedenen Kampfkünste zusammen kommen und sie eine neue Sportart entwickeln.

Noch heute gibt es hunderttausende Kämpfer, die das Wushu beherrschen. Alle zwei Jahre findet darüber hinaus die internationale Meisterschaft im Wushu statt, die jedes Mal von der International Wushu Federation ausgetragen wird.